Mittwoch, 1. Juli 2026

Dem strahlenden Verführer nicht bedingungslos erliegen

Dieser strahlende Verführer, der uns ins Freie lockt, zum Baden in heimischen oder fremdländischen Seen, Meeren, Ozeanen mit mehr oder weniger starken UV-Strahlung - wobei die Haut bräunt! 
Und gebräunte Haut lässt uns gesünder fühlen, vitaler sein. Sie sei laut Forschern nach wie vor mit Attraktivität, Dynamik verbunden, wodurch das Selbstwertgefühl und die zwischenmenschlichen „Wechselwirkungen“ verbessert werden. 

 


Somit ist der strahlende Verführer ein wahres LIFESTYLE-MEDIKAMENT, d.h. per Definition „ein Arzneimittel, das primär nicht zur Bekämpfung einer Erkrankung, sondern zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit oder des allgemeinen Wohlbefindens dient“.
 


Die SONNE weist jedoch auch Wirkungen eines tatsächlichen Arzneimittels / Medikaments auf, (lateinisch  medicamentum  = HEILMITTEL). Denn durch Sonneneinstrahlung entsteht Vitamin D, ein Vitamin, das an einer Vielzahl von Stoffwechselvorgängen und Funktionen im Organismus beteiligt ist.
So spielt es beispielsweise eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau, unterstützt das Immunsystem, verbessert die Durchblutung, regt die Ausschüttung des Botenstoffs Serotonin an, wirkt sich auf die Zellteilung aus, verringert Hautverunreinigungen … Und der Körper deckt zu 80 % seinen Vitamin-D-Bedarf selbst - mithilfe der UV-Strahlung, deren natürliche Quelle die Sonne ist.

 

 Wie tief UV-Strahlung in Auge und Haut eindringt, ist von ihrer Wellenlänge abhängig:

UV-A-Strahlung mit längeren Wellenlängen von 315 Nanometer bis 400 Nanometer dringt tiefer in Auge und Haut ein als die kurzwelligere UV-B-Strahlung mit Wellenlängen von 280 Nanometer bis 315 Nanometer.
UVA-Strahlung führe auf längere Sicht zu Beschädigung der kollagenen Fasern und zu Elastizitätsverlust, was sich als Faltenbildung und vorzeitige Hautalterung bemerkbar macht und bewirke eine schnelle Bräunung von geringer Dauer, so Wissenschaftler.
UVB- Strahlung dringt nur bis in die oberen Hautschichten und rege die Pigmentzellen der Haut zur Bildung des Pigments Melanin an, das die Haut schützt und sie braun erscheinen lässt. Es hängt vom Hauttyp ab, wie viel Melanin die Haut bilden kann und wie empfindlich sie dementsprechend gegenüber UV-Licht ist. 
Zuviel UV-B- Strahlung verursacht allerdings den gefürchteten Sonnenbrand, der nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs hervorrufe.
Inzwischen sind sich Experten aber einig, dass sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung krebserzeugend sein können.

derzeitigen Temperaturen in Deutschland

Die Intensität der UV- Strahlung wird durch den sogenannten UV-Index (UVI) bewertet.
Er ist international einheitlich festgelegt und beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Er ist in ganzen Zahlen zwischen 1 und 10 anzugeben. 
Dem Bundesamt für Strahlenschutz zufolge liegen die UV-Werte in Deutschland derzeit in folgenden Bereichen:
•    Norddeutschland: UVI bis zu 7–8
•    Mitteldeutschland: UVI bis zu 8–9
•    Süddeutschland: UVI bis zu 9–10 (Spitzenreiter ist der Südwesten)
•    Deutsches Hochgebirge: Bis zu 11 (extrem) !!!

Laut WHO sind ab UV-Index 3 Schutzmaßnahmen notwendig.

Medizinern zufolge verfügt die Haut allerdings über bestimmte Mechanismen, um sich vor UV-Strahlung zu schützen: das Pigment MELANIN und die Bildung einer sogenannten LICHTSCHWIELE.
MELANIN wird in den Pigmentzellen unter der Hornhaut gebildet und schütze die darunterliegenden Hautschichten. Während UV-A- Strahlung das vorhandene Melanin aktiviert, führt UV-B- Strahlung zu einer echten Neubildung von Melanin. Dieser Prozess dauert allerdings 48-72 Stunden.
Die LICHTSCHWIELE entsteht, indem die oberste Hautschicht, welche die UV-Strahlen absorbiert, sich verdickt. Der Eigenschutz soll dadurch noch um den Faktor 4 erhöht werden. Dieser Vorgang benötigt allerdings 2 bis 3 Wochen.
Also, 2-3 Tage oder sogar 2 bis 3 Wochen -je nach Hauttyp. vor dem Urlaub sich behutsam dem strahlenden Verführer nähern, und der natürliche Schutz wird höher.
Aber irgendwann sei der natürliche Schutz erschöpft.

Wie lange man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, OHNE einen SONNENBRAND zu bekommen, ergibt sich aus dem 
Eigenschutz / die individuelle Schutzzeit der Haut und der Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels, LSF.  Die individuelle /natürliche Schutzzeit ist von Hauttyp abhängig und liegt zwischen 5 und 30 Minuten.

FORMEL = Eigenschutz  X  LSF

So beispielsweise ergibt sich für eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten und ein Sonnenschutzmittel mit LSF 20 einen maximalen Sonnenschutz von 200.Minuten.

Man darf dem strahlenden Verführer und seinen Verführungskünsten allerdings nicht bedingungslos erliegen! 
Obwohl er durch seine Einstrahlung 80% des Körperbedarfs an wichtigem Vitamin D deckt und im Gehirn die Produktion von SEROTONIN unterstützt, ein Botenstoff, der Gemütszustände wie Kummer und Sorgen, Niedergeschlagenheit und Depressionen dämpft und dafür zur emotionalen Ausgeglichenheit, Gelassenheit und Zufriedenheit beiträgt.
Gewappnet mit den geeigneten und richtig angewandten Schutzmitteln muss man dafür Sorge tragen, dass der gesundheitsfördernde Nutzen des Verführers seine Nebenwirkungen überwiegt. Selbst großzügiges Nachcremen kann die Schutzwirkung nicht intensivieren oder die einmal errechnete Schutzzeit verlängern, sagen Wissenschaftler. Man braucht eine Pause von dem strahlenden Verführer und ihm dann eine (zweite) weitere Chance geben - ohne dass man dabei die eigenen Fehler wiederholt.

Bilderquelle: AdobeStock