Mittwoch, 21. Oktober 2015

Vom Trüben ist gut trinken

Eine der „10 Regeln“ der DGE besagt: (du sollst) trinken, bis 1,5 -2,0 l am Tag. Bei Hitze noch mehr.
Trinken sollte man Wasser, Früchte-ode Kräutertees.
Wie sieht es mit Fruchtsäften, Fruchtsaftgetränken aus, wie z. B. Apfelsaft oder Apfelfruchtsaftgetränk? Laut Experten sind sie als Durstlöscher ungeeignet, da zu süß und reichlich Energie “beladen“: Ein Liter  Apfelsaft/ Apfelfruchtsaftgetränk enthält ca. 100g fruchteigener Zucker und hat etwa 500 kcal, pro Glas (200ml) 100 kcal.
Quelle:123rf
Das soll nicht heißen, der Apfelsaft sei ungesund.

Die Früchte, die Äpfel selbst, enthalten eine Reihe sogenannter „sekundäre Pflanzenstoffe“. Sie werden von den Pflanzen zum Schutz gegen Schädlinge und Krankheiten, als Wachstumsregulatoren und Farbstoffe gebildet, sind auch an der Geschmacksbildung beteiligt. Bekannteste sekundäre Pflanzenstoffe sind Polyphenole, Carotinoide, Phytosterine, Glucosinolate. In Äpfeln befinden sich hauptsächlich Polyphenole.

Ernährungsstudien haben nachgewiesen, dass diese Pflanzeninhaltsstoffe, die im Gegensatz zu Kohlenhydraten oder Ballaststoffen nur in geringen Konzentrationen in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, (sind keine PRIMÄREN, sondern eben SEKUNDÄRE Inhaltsstoffe), nicht nur einen positiven Einfluss auf Gesundheit in allgemein haben. Sie  bewirken womöglich auch ein vermindertes Risiko für typische Zivilisationserkrankungen wie Rheuma, Allergien, Immunschwäche, Herz- Kreislauferkrankungen.Sogar präventive Eigenschaften gegen die Entstehung von Darmkrebs werden ihnen nachgesagt.

Quelle:123rf
Ob diese Inhaltsstoffe, die Polyphenole, bei der Apfelsaft-Herstellung in den Saft übergehen? Und wenn überhaupt, was soll dann den Unterschied zwischen „Apfelsaft“, „Apfelsaftkonzentrat“  oder „Apfelfruchtsaftgetränk“ ausmachen?

1 Liter Apfelsaft wird aus etwa 1,5 kg Äpfeln gewonnen. Die Äpfel werden dabei  in einer Mühle zu Maische und anschließend  durch Pressen zu NATURTRÜBEM Saft  verarbeitet. Die TRÜBE ist den schwimmenden Fruchtfleischteilchen (Trübstoffen) in frisch gepresstem Saft zuzuschreiben.
Für einen klaren Apfelsaft werden die Trübstoffe durch Gelatine, Bentonit gebunden und anschließend filtriert.
Quelle:123rf
Bei der Herstellung  von Apfelsaftkonzentrat wird dem frischen Saft durch Verdampfung  Wasser entzogen und dann vor der Abfüllung wieder zugefügt.
Sowohl der Apfelsaft als auch das Apfelsaftkonzentrat enthalten 100% Fruchtanteil und sind frei von Fremdaromen und zugesetzten Süßungsmitteln.
Apfelfruchtsaftgetränke enthalten dagegen nur 30 oder 50% Apfelsaft, dafür aber Wasser und zusätzlich Zucker.

Untersuchungen haben ergeben, dass  der naturtrübe Apfelsaft dem klaren Saft oder dem Konzentrat vorzuziehen sei, da er einen höheren Gehalt an wertvollen Polyphenolen aufweist.
So enthalte klarer Apfelsaft nur noch etwa 20% der im Apfel vorhandenen sekundären Pflanzenstoffe. NATURTRÜBER Apfelsaft liefert dagegen rund doppelt so viele Polyphenole wie die klare Variante:  0,3 g/ l klarer Saft ggü. 0,6 g/ l trüber Saft.
Der Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen habe im naturtrüben Apfelsaft auch deutlich über dem des Konzentrats gelegen. Der Verarbeitungsprozess, der das Konzentrat bei seiner Herstellung erfährt, scheint den Polyphenolgehalt zu reduzieren.

Quelle:123rf
Fazit der Ernährungsexperten: Der Konsum von Apfelsaft könne zwar nicht mit dem Verzehr von Äpfeln gleichgesetzt  werden, aber es könne als Alternative zu einer von zwei Obstportionen pro Tag  gesehen werden. Apfelschorle im Verhältnis 1:1 bis 1:3 mit Mineralwasser hergestellt sei während oder nach dem Sport (sogar) ein idealer Durstlöscher. Zudem seien Apfelschorlen besonders für ältere Menschen geeignet, die häufig nicht genügend trinken.

Der Apfel  war in der Mythologie, im Volksglauben  und-brauch, Sinnbild der Liebe, Fruchtbarkeit und Schönheit, in der Hand Evas ist der Apfel zu Sinnbild der Sünde geworden, auf Mariendarstellungen seit dem 11. Jahrhundert Zeichen der überwundenen Erbsünde. Hoffentlich gilt dies auch für das 21. Jahrhundert, damit wir ohne Gewissensbisse zu unserem Wohl Äpfel und aus den Äpfeln entstandene trinkfertige Erzeugnisse genießen können - insbesondere den NATURTRÜBEN. Denn, im Trüben ist nicht nur gut fischen, vom (Natur)Trüben ist nachweislich auch gut trinken.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der persönliche Virtuell- Berater und der Griff nach den Sternen

Gesundheit, umweltbezogene Nachhaltigkeit sind Begriffe, die mittlerweile zum Mainstream unserer Lebensweise gehören.
Leider ist Gesund- sein für den einzelnen nicht auf eine einfache Formel zu bringen, da Gesundheit ein Gleichgewich zwischen einem reibungslos funktionierenden Stoffwechsel und seelisch - geistigen Einstellungen darstellt. Bei der „Instandhaltung“ dieses Gleichgewichts spielt die individuelle Ernährung eine zentrale Rolle.
Im Laufe der Jahre kommen so manche Vitalprozesse ins Stottern. Auch für diesen Zustand hat man einen prägenden Begriff. Da die Symptome meist als Auswirkung des modernen Lebensstils entstehen, spricht man von Wohlstandskrankheiten, Zivilisationskrankheiten.
Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung sind zu treffen. Dabei ist wieder die individuelle Ernährung einer der Protagonisten.

Wieviel der Nahrung, der so wichtigen energieliefernden Nährstoffe, sollte der einzelne normalerweise  zu sich nehmen? Grundsätzlich so viel, dass der Gesamtenergiebedarf des Organismus gedeckt werden kann.
Und für den Gesamtenergiebedarf gibt es eine Formel:

Gesamtenergiebedarf (kcal) = Grundumsatz  x PAL-Wert

wobei der PAL-Wert (ein Faktor, der körperliche Aktivität berücksichtigt) in entsprechenden Tabellen zu finden ist.
Das kleine Problem dabei: der Grundumsatz wird u. a. von Parametern wie Körpergröße, Körpergewicht, Geschlecht, Alter beeinflusst.
Aber auch dafür gibt es eine Formel. Es müssen nur die eigenen Werte eingefügt werden, addiert, subtrahiert, multipliziert (oder man benutzt eine interaktive Formel) und schon hat man den individuellen, empfehlenswerten Energiebedarf in kcal/Tag unter Berücksichtigung der Körpergröße, des Körpergewichts, Geschlechts  und Alters.

BEISPIEL
Ein 55-jähriger Büroangestellter, 78kg, 188cm
Grundumsatz (kcal/24h) = (10 x 78kg) + (6,25 x 188cm) - (5 x 55) + 5 = 1685 kcal/24h
PAL-Wert  für einen Büroangestellten laut Tabelle = 1,5
Gesamtenergiebedarf = 1685 x 1,5 = 2453,5 kcal

Eine 26-jährige Hausfrau, 55kg, 164cm.
Grundumsatz (kcal/24h) = (10 x 55kg) + (6,25 x 164cm) - (5 x 26) - 161 = 1284 kcal/24h
PAL-Wert  für eine Hausfrau laut Tabelle = 1,8
Gesamtenergiebedarf = 1284x1,8= 2311 kcal.

Ein Ernährungsplan für die junge Hausfrau, der den Gesamtenergiebedarf von 2311kcal decken kann, könnte folgendermaßen aussehen:   

Frühstück

100 g Müsli
351,6 kcal
1/8 l entrahmte Milch
46 kcal
½ Apfel
32,7 kcal
½ Banane
47,6 kcal
Kaffee mit Milch und Zucker (150 g)
17,6 kcal
Σ
495,5 kcal
1.Zwischenmahlzeit

kleiner fettarmer Joghurt
47,5 kcal
½ Apfel
32,7 kcal
½ Banane
47,6 kcal
1 gehäufter EL. Haferflocken
74 kcal
1 Tasse Kräutertee
0,9 kcal
Σ
202,7 kcal
Mittagessen

Linseneintopf mit Wurst (200 g)
188,1 kcal
Spätzle (200 g)
251,9 kcal
125 g Obstsalat
168,1 kcal
2 Gläser Apfelsaftschorle (2x200 g)
99,1 kcal
Σ
707,1 kcal
2.Zwischenmahlzeit     

1 Stück Marmorkuchen (70 g)  
274 kcal
1 Glas Mineralwasser
0 kcal
2 Kaffee mit Milch und Zucker
34,4 kcal
Σ
308,4 kcal
Abendessen

2 Scheiben Butterbrot
284,7 kcal
1 Scheibe Edamer (30 g)
106,3 kcal
1 Scheibe Gouda (30 g)               
109,3 kcal
3 Tomaten (3 x150 g)    
78,6 kcal
Halbe Gurke (150 g)      
18,3 kcal
1 Glas Mineralwasser (200 g)    
0 kcal
Σ
597,2 kcal
Gesamtenergiebedarf
2310,9 kcal



Zugegeben: Um zu einem Ergebnis zu kommen, ist die Prozedere etwas umständlich und zeitraubend.

Aber, wie man feststellen kann, die Zukunft hat begonnen.
 Quelle:123rf
Quelle: Wikipedia
Unser ständiger Begleiter namens SMARTPHONE kann dank kleiner Zusatzprogramme ggf. zum persönlichen Berater werden.
Einfach die ausgewählten Lebensmittel eingeben, und er errechnet im Nu die Kalorien, die sein Lebensmittel-konsumierender Nutzer zu sich nimmt. Sind Daten wie Körpergröße, Körpergewicht, Geschlecht, Alter gespeichert, bekommt der Nutzer
Quelle:123rf
auf Anfrage sofort seinen durchschnittlichen Gesamtenergiebedarf. Schickt der Nutzer dem persönlichen Berater ein Bild eines zusammengesetzten Menüs per MMS, kann er mit entsprechend angebotenen Apps  sofort die aufaddierten Kalorienzahl erhalten und – nach Vergleich  mit seinem Gesamtenergiebedarf  - womöglich zusätzlich eine Empfehlung, was bei der nächsten Mahlzeit besser weggelassen sein sollte.

 Im Rahmen  seines umfangreichen Ernährungsmanagement  verfügt so manch virtueller  Freund und Helfer auch über Apps, die einen von den Abwegen der Lebensmittel-Wegwerfmentalität  wieder auf den Pfad der Tugend lenkt. Die App gibt praktische Tipps zur Lagerung und Haltbarkeit vieler Lebensmittel, gibt Tipps, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden, wie etwa durch bewussten Einkauf oder Rezepte zur  Reste-Verwertung.


Quelle:Wikipedia
Und die Zahl der Ernährungs-Apps, wie auch der Gesundheits-Apps,  wächst rasant.
Es gibt Apps, die an Vorsorge- oder Kontrolltermine, an Blutdruckmessen, Medikamenten-Einnahme erinnern. Dass Gesundheits-Apps sich auf Erinnerungs-Funktionen beschränken, oder nur als virtuelle Apotheken fungieren, in der Risiken und Nebenwirkungen mit einem einfachen Scann nachzulesen sind, ist zu bezweifeln.
Der Hightech-Verband BITKOM ist schon lange der Ansicht, dass moderne Phones eine immer wichtigere Stellung bei der Patientenversorgung einnehmen werden. Vor allem bei der Bekämpfung von Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck, Asthma.
Quelle:123rf


Damit aber  unser virtueller Ernährungs- und Gesundheitsmanager, so umfangreiche Antworten auf unsere Fragen geben kann, muss er mit persönlichen Daten gefüttert werden.
Nicht nur für einen etwaigen „Phone-Hacker“ eine wahre Freude!
Bedingt durch immer weitere Entwicklung virtuell agierender Ernährungs- und Gesundheitsmanager wird die Menge an Daten auf dem Internet- Walk- of- Trace schwindelerregende  Dimensionen einnehmen. Die seit Jahren real existierenden Bewegungsprofile, die es ermöglichen, die Bewegungen und ggf. Handlungen einer Person nachzuvollziehen,  indem (ein paar) persönlich bezogene Daten aus verschiedenen Quellen chronologisch miteinander verknüpfen,  erscheinen dagegen als überschaubar gewordenes Gewohnheitsrecht.

Quelle:123rf
Aber: Wenn schon, denn schon!
Nach Auswertung von Daten durch den Virtuell - Berater, kann  man beispielsweise feststellen, dass man einen passablen BMI und THQ hat, der Beauty-Quotient befindet sich auch in einem vielversprechenden Bereich, die Ernährung scheint ausgewogen zu sein, da die aufgezeichnete Gewichtskontrolle eine Konstanthaltung des Körpergewichts zeigt,  man benutzt oft Rezepte zur  Reste-Verwertung, allergisch ist man nicht, vielleicht liegt eine leichte Laktose-Unverträglichkeit vor, der LDL-Wert ist zwar etwas erhöht, dafür der HDL-Wert seht gut – alles nachweisbar, da abgelegt und gespeichert. Die Dienste einer vom virtuellen Berater empfohlenen EKG-App wurden nicht beansprucht. Aus diesem Grund liegen keine EKG-Daten vor, die zur Auswertung an einen Arzt  hätten geschickt werden sollen.


Zur Krönung des Erreichten (auch dank virtueller Unterstützung) würde man sich so gerne mitteilen, sich von Gleichgesinnten bewerten lassen. Und siehe da:  es ist tatsächlich eine Sache der Möglichkeit! Medienberichten zufolge soll im November die Peeple-App/ Menschen-App an den Start gehen.
Quelle:Wikipedia
Peeple-Nutzer sollen ihre Freunde, Kollegen, Verwandten, Bekannten mit bis zu 5 Sternen bewerten können. Sie müssten sich nur mit einem Facebook-Konto mit ihrem richtigen Namen anmelden und würden von dem zu bewertenden Menschen lediglich den Namen und die Handynummer (ID des persönlichen Virtuell -Beraters !)  benötigen.
Eventuell negative Kommentare sollen 2 Tage zurückgehalten werden, um den Beteiligten Zeit zur Stellungnahme zu geben.

Quelle:Wikipedia
Bis zu 5 Sternen! Laut Wikipedia gibt es auf dem Hollywood Walk-of - Fame  einen  einzigen Künstler, der Sterne in allen 5 Kategorien(Film, Fernsehen, Theater, Musik und Radio)  hat: Gene Autry. 

Wer denn sonst, wenn  nicht der Virtuell-Berater hätte einem gewöhnlich Sterblichen, mitten auf dem Internet Walk- of-Trace, den Griff nach den Sternen ermöglichen können?
Vorsicht ist trotzdem geboten. Denn
„Wer stets zu den Sternen aufblickt, wird bald auf der Nase liegen“ – sagt ein Schottisches Sprichwort.